Eine Koblenzer Kostbarkeit nimmt Abschied für immer

Die Große Koblenzer Karnevalsgesellschaft  nimmt in tiefer Trauer Abschied von ihrem Ehrenmitglied Hans Nobel.

Hans Nobel war 1957 in die Große eingestiegen und präsentierte in all den Jahren den Karneval auf höchstem Niveau.

Er präsentierte sich in verschiedenen Rollen und auch Hofnarr im Prinzengefolge, aber sein Paradestück waren die Koblenzer Kostbarkeiten.

Mit geschliffener und spitzer Zunge nahm er vor allem das Koblenzer Stadtgeschehen aufs Korn. Ob Stadtrat, Ordnungsamt oder auch mal die große Politik,
alle mussten dran glauben.
Hans war nie verletzend und doch mit gewisser Schärfe. So wurde er schnell zur ersten Garde der Koblenzer Büttenredner.

Viele Jahrzehnte war er Mitglied des Elferrats und in den 2000er Jahren wurde er Hotzelsvadder der Hotzelfamillich.

Neben der Ehrenmitgliedschaft war er auch Dommermuth und Verdienstnadelpreisträger.
Mit Stolz trug er den Verdienstorden der AKK und war mit vielen Ehrungen der Koblenzer Karnevalsvereine bedacht.

Seit 2008 war er auch ständiger Gast auf der Bühne der Kowelenzer Weihnacht im kurfürstlichen Schloss.
Schon im Januar hatte er seinen Vortrag für den folgenden Dezember fertig.
Alle seine Vorträge sprach er auswendig, ohne jegliches Manuskript und Stichwörter.

Hans stand trotz seiner Erfolge nicht immer auf der Sonnenseite des Lebens.
Er verlor sehr früh durch den Krieg seine Eltern und wuchs bei Verwandten auf.

Er heiratete seine Frau Erika mit der er im letzten Jahr diamantene Hochzeit feierte. Die Ehe blieb kinderlos.

Beruflich war er Berufssoldat.
Finanziell war er nicht immer gut gestellt.
Einkünfte hatte vor allem durch seinen tiefsten Flohmarkt in Deutschland unter dem Münzplatz.
Als dieser schließen musste, hatte er noch einen kleinen Laden mit Trödel in der Altstadt.
Wenn einer vom Verein ein Kostüm, Kappe oder Orden suchte, Hans hatte alles und wenn nicht, bsorgte er das.

Lieber Hans, mit Dir verlieren wir einen ganz Großen der Großen.
Hier unten wirst du uns sehr fehlen. Doch wir könnten eigentlich auch richtig neidisch sein, wenn man überlegt,
was da oben für eine prächtige Gruuße Sitzung jetzt stattfindet, mit all denen die schon gegangen sind.

Die Gruuße wird dich nicht vergessen und wir sind Dir dankbar für viele fröhliche Stunden, für gute Ratschläge,
immer tolle Ideen und vor allem Deine Freundschaft.

Mach et good, alter Freund on Kostbarkeit!

Für den Vorstand der großen

Dirk Crecelius

Da Traueramt wird gehalten am Mittwoch, den 03.02.2021 um 09:00 Uhr in der Liebfrauenkirche.
Anschließend ist die Beisetzung auf dem Friedhof in Lützel.

Die Große Koblenzer Karnevalsgesellschaft hat ein Sonderkonto bei der Sparkasse Koblenz eingerichtet, zur Grabeinrichtung und Erhaltung.
Wir freuen uns über jede Spende
Bankverbindung: DE 65 57050120 0000 3039 82

Wir danken für Ihre Anteilnahme

Mondart

Bei ons am Rhein- on Musseleck

Do geht et Leit, die Sohn su dumm:
ons „Mondart“ wär net scheen!
Se schwätze Villes drom erom 
om rede gruße Teen.
Gemiehtlich klingt, dat mohß mer sohn,
ons Kowelenz Platt,
wenn zwei et richtig babbele dohn,
mer seine Spaß dran hat.

„S u   s c h w ä t z e   m e r!“ hann hei am Rhein
dat Herz am rechte Fleck,
weil mir gedaaft en Kowelenz sein,
am Rhein- on Musseleck.

On widder hat mer Leit, doe sohn:
„Dä Wein wär hei ze goht!“
drom nähte mir nix schaffe dohn,
dä Leichtsinn läg em Bloht.
Mir schaffe hei doch freeh on spät
on sein geweß net faul,
en Sempel es, dä suwat säht,
e richtig Leejemaul.

„S u   s c h a f f e   m e r!“ met Hänn on Feehs.
Werd och alsmol gezecht;
mer trinkt sei Vertelche geweß,
dat es net mieh wie recht!

Mir lache gär! worum och net?
als lustig sein bekannt,
on wo et wat ze feiere get,
do es mer bei der Hand.
Dat flott bei ons geschunkelt wierd 
es ganz nadierlich doch,
dat hann mir von däm Rhein geliehrt,
dä schunkelt nämlich och!

„S u   f e i e r e   m e r!“ met Schmeß on Schwung
Genörgels hat kai Zweck,
denn dä Humor bleift ewig jung
am Rhein- on Musseleck!

von Josefine Moos

Moddersprochpreis 2018 an Franz-Josef Möhlich

Mit dem Moddersprochpreis wurde in diesem Jahr der Präsident der AKK Franz-Josef Möhlich ausgezeichnet.

Die Große war der Meinung, dass der Preisträger sich seit Jahrzehnten für die Erhaltung der Mundart und des Brauchtums einsetzt, nicht nur im Karneval.
Deshalb hat er diese Auszeichnung auch mehr als verdient.
Laudator war Heinz Kölsch.
Die Übergabe des Preises fand im Rahmen des Königsbacher Altstadtfestes an der Liebfrauenkirche statt.

„Herzlichen Glückwunsch Franz-Josef und alles Gute weiterhin“